Wie objektiv sind wir in unserer Wahrnehmung – und wie fair sind wir wirklich?!

 

Artikel von Dagmar Strehlau

Die tagtägliche Arbeit im Managementbereich ist gekennzeichnet durch vielfältige soziale Situationen: Kundengespräche, Mitarbeitergespräche, Projektmeetings, Lenkungsausschusssitzungen – ich denke Ihnen würden noch einige mehr einfallen. Fast jede dieser Situationen bleibt nicht für sich alleine, sondern führt früher oder später zu einer Einschätzung/einer Beurteilung meines Gegenübers – egal ob es um die Mitarbeiterbeur-teilung, die Beurteilung des Projektteammitgliedes oder auch um eine Kunden-Berater-Beziehung geht, die vielleicht weitere Aufträge beinhaltet.

Aber wie läuft eine solche Beurteilung nun in uns ab? Ist sie objektiv? Ist sie fair? Legen wir objektive, messbare Kriterien zugrunde oder urteilen wir, obwohl wir es vielleicht nicht wollen, sehr subjektiv, … aus dem Bauch heraus.

Der Beurteilung liegt die Wahrnehmung zuvor, und wahrnehmen ist nichts anders als beobachten. Wenn wir Handlungen beobachten, was nehmen wir wahr? Probieren wir es doch einfach einmal an einem kleinen Beispiel aus:
„Stellen Sie sich vor, Sie hatten eine lange Sitzung und kommen um 22:00 Uhr noch einmal ins Büro und Sie sehen, dass Ihr Mitarbeiter „Herr Müller“ noch in seinem Büro sitzt. Was nehmen Sie wahr, was macht Herr Müller in seinem Büro?

 

  • Auf den PC schauen:
- Vorbereiten einer wichtigen Präsentation für den nächsten Tag
- private Emails abfragen und beantworten
- im Internet surfen

 

  • Auf die Tastatur einhämmern:

- neue Ideen sprudeln
- er will nicht nach Hause, da er Streit mit seiner Frau hat

 

  • Den Mund bewegen

- hat eine Videokonferenz mit den Kollegen aus USA
- führt private Telefonate, um die heimische Telefonrechnung zu reduzieren
- führt Selbstgespräche

 

 

Fällt Ihnen noch mehr ein? Sie sehen, was wir wahrnehmen, ist stark von unserer Interpretation der Situation geprägt. Und damit befinden wir uns auch schon mitten im heutigen Themenbereich – Wahrnehmungsfehler. Nichts Neues, denken Sie? Ja, Sie haben Recht – aber welche dieser klassischen Wahrnehmungsfehler, die Sie bestimmt alle schon in diversen Kommunikations- oder Führungsseminaren kennengelernt haben, sind Ihnen in Ihrer tagtäglichen Arbeit noch bewusst?

Verstärkt in harten Zeiten verliert man die Geduld sich mit solch „soften“ Themenstellungen in der täglichen Arbeit auseinanderzusetzen. Aber gerade in diesen Zeiten sollte man sich der Wichtigkeit einer objektiven und fairen Wahrnehmung und damit Beurteilung bewusst sein.

Hier habe ich für Sie die gängigsten Wahrnehmungsfehler in einer Checkliste zur Erinnerung zusammengestellt:

  • Halo – Effekt
    Einzelne Eigenschaften des Gegenübers erzeugen einen Gesamteindruck, der die Wahrnehmung weiterer Eigenschaften „überstrahlt“.
  • Ähnlichkeitsfehler
    Eigene Eigenschaften/Charaktermerkmale werden auch fremden Personen zugeschrieben.
  • Kontrastfehler
    Eigenschaften, die man selbst nicht hat, werden stärker wahrgenommen.
  • Erster Eindruckfehler
    Das Bild der Person richtet sich nach dem ersten Eindruck.
  • Logische Fehler
    Mit einer bestimmten Persönlichkeitseigenschaft werden zugleich weitere wahrgenommen: „Wer lächelt, ist auch ehrlich“.
  • Wahrnehmung aufgrund der Rolle eines Menschen
    Wir sehen keinen Menschen, sondern eine „Rolle“, z.B. einen „Banker“ und schreiben ihm bestimmte Persönlichkeitseigenschaften zu.
  • Wahrnehmungsfehler aufgrund des sozialen Zusammenhangs
    Die Wahrnehmung des Gegenübers wird bestimmt vom Zusammenhang, in welchem die wahrgenommene Person steht („Phänomen der guten Beziehungen“: Die Empfehlung durch jemanden, der anerkannt ist, führt automatisch zu einer positiven Beurteilung des Gegenübers).

Fällt Ihnen noch ein weiterer Effekt ein?

Dann fügen Sie ihn doch einfach an und hängen die Liste immer in Blickrichtung auf Ihrem Schreibtisch auf. So vergessen Sie nie wichtige Kriterien, die Ihnen helfen, Ihre Managementaufgabe tagtäglich objektiv und fair anzugehen.

Viel Spaß beim „objektiven Agieren“!

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