Die neue Rolle von IT-Organisationen in der Digitalisierung

Als Backbone der strategischen Unternehmensentwicklung

Holger Schmitt

 

Unsere Digitalisierungsmandate fangen oft mit einer Definitionsfrage an. Gerade seitens der hausinternen IT heißt es häufig: "Digitalisierung? Machen wir schon seit 30 Jahren!" Es beschleicht einen immer wieder einmal das Gefühl, dass die hausinterne IT nicht der Treiber für die digitale Veränderung ist, sondern ein Teil des Problems der mangelnden Geschwindigkeit.

Die Unterstützung der Prozessabläufe durch Hard- und Software ist in der Tat eine bereits jahrzehntealte Disziplin. Hier war und ist die IT verantwortlich für die Bereitstellung effizienzsteigernder und kostengünstiger Systeme entlang der bestehenden Wertschöpfungskette. Effizienz und Kosten sind auch die Kriterien, an denen die IT gemessen wird und die sie im Organigramm mitsamt IT-Leiter nicht selten unterhalb des CFO finden lassen.

Getrieben wird sie in dieser klassischen Rolle durch das Business, das Prozesse, Produkte und das Geschäftsmodell entwickelt und die IT hierzu die unterstützenden Systeme liefert. Genau hier liegt aber auch ein gravierender Unterschied zur modernen Interpretation der Digitalisierung, die mit neuen Möglichkeiten komplexer Vernetzungen, Nutzbarmachung gewaltiger Datenmengen und KI-gestützten Systemen Trigger für das Business wird. Diese neuen technologischen Möglichkeiten sind die Ausgangslage für die Entwicklung gänzlich neuer Prozesse, Produkte und sogar Geschäftsmodelle und machen eine moderne IT damit zum Herausforderer für das Business und zum Verursacher massiver Veränderungen im Unternehmen.

So haben Start-ups mit einem digitalen Geschäftsmodell sowie andere stark digitalisierte Unternehmen eine grundlegend andere Wahrnehmung der IT und messen deren Leistungsfähigkeit eben nicht allein an Effizienz und Kosten, sondern an Innovationskraft, Agilität in Konzeption und Umsetzung und vor allem an einer hohen Business-Affinität. Nicht selten findet nämlich die Entwicklung des Business solcher Unternehmen in der IT statt oder zumindest kommen von dort die konzeptionellen Grundlagen.

Für diese Unternehmen stellt die IT nicht nur das technische, sondern auch das konzeptionelle Backbone dar. Sie ist mit ihrer um ein Vielfaches höheren Leistungsfähigkeit Vorbild für klassisch aufgestellte IT-Organisationen, die auf den Weg dorthin den Preis für einen deutlich höheren Stellenwert mit einem grundlegenden Wandel von Zielen und Methoden und einer umfassenden Korrektur des Selbstverständnisses zu bezahlen haben. Hierzu gehört vor allem der Rollentausch vom Abwickler, der nach vorgelegter Anforderungsspezifikation umsetzt, zum innovativen Enabler, der aktiv wird und die Technologien der Digitalisierung mit neuen Möglichkeiten des Business konzeptionell vernetzt.

Auch die Abkehr von Effizienz- und Kostenorientierung hin zu einer Fokussierung von Kreativität und Innovationskraft bei gleichzeitig höherem Risiko und Inkaufnahme des Scheiterns beim Ausprobieren neuer Services bedeutet nicht nur für die IT eine Herausforderung, sondern auch für das gesamte Unternehmen. Dabei brauchen moderne IT-Organisationen nicht nur finanzielle Freiräume, sondern auch Veränderungen der betrieblichen Organisation. Schließlich gehört es zum Kern der Digitalisierung, dass der Arm der IT weit in das Business hineinreicht und somit ein gewandeltes Rollenverständnis im gesamten Unternehmen nötig ist.

Die veränderte Rolle der IT, die sowohl innerhalb der IT-Organisation als auch im gesamten Unternehmen etabliert werden muss, ist der Erfolgsfaktor bei der Digitalisierung. Die zeitweise Auslagerung der Digitalisierungsaufgaben in Digital Offices oder Digital Think Tanks kann ggf. eine "Anschubhilfe" sein, langfristig muss aber die thematische Überschneidung in einer konsolidierten Organisation aufgelöst werden.

Hier ist es dann offen, ob Träger der IT-Services die IT oder das Digital Office sein wird und die jeweils andere Unit aus dem Organigramm verschwindet.

Wo steht Ihre IT? Ist sie Ihr Motor in der Digitalisierung? Ist sie bereits gestaltendes Subjekt oder noch ausführendes Objekt? Gerne hilft Ihnen die ANXO bei einer Bestandsaufnahme und einer Konzeption des Wandels.

 

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