Vertrieb B2C

- jetzt digital optimieren und erweitern

Bert Klingsporn

 

Die Corona-Krise hat den Online-Handel beschleunigt und die Konsumenten gewöhnen sich zunehmend an diese Art des Einkaufens. Laut Handelsverband sieht man etwa in China, dass ca. 20% der aus dem stationären Bereich abgewanderten Umsätze auch nach dem Auslaufen des Shutdowns online verbleiben. Wie lässt sich Ihr B2C Vertrieb noch besser digital aufstellen, um diese Effekte zu nutzen? 5 Tipps, was sich jetzt verbessern und erweitern lässt.

 

1. Digitale Sichtbarkeit steigern
Ihre Webseiten und - so Sie bereits online vertreiben- Ihre Angebote im Online Handel sind die Grundlage Ihren digitalen Präsenz. Steigern Sie deswegen als erstes deren digitale Sichtbarkeit. Das beinhaltet die Optimierung von Suchmaschinenmarketing und Content genauso wie die Schließung von Listungslücken im Online Handel sowie die zielgerichtete Vermarkung beispielsweise mit Retail Media. Wegen der Bedeutung dieses Themas haben wir ausführliche Informationen dazu für Sie in einem eigenen Artikel zum Thema „Digitale Sichtbarkeit“ bereitgestellt.

 

2. Online Marktplätze und „Connected Retail“ nutzen
Eine Online Plattform, auch Online-Marktplatz genannt, erlaubt es ihre Produkte online zu präsentieren und in vielen Fällen auch direkt zu verkaufen, wie beispielsweise bei Amazon oder eBay. Otto Market ist die Möglichkeit sich an otto.de anzubinden und Branchenplattformen wie Douglas oder Zalando schaffen über ihre Partnerprogramme Zugänge zu ihren Marktplätzen. Auch Google hat auf die Corona Krise reagiert und bietet es Händlern an, Produkte bei Google Shopping kostenlos aufzulisten – zunächst jedoch nur für die USA.

Sie brauchen für den Anschluss an einen Marktplatz jedoch nicht unbedingt einen eigenen Online-Shop. Einige Plattformen wie beispielsweise Zalando bieten es unter dem Stichwort „Connected Retail“ auch an, eine online Verbindung zu stationären Sortimenten zu schaffen.

Viele Plattformen sind lokal oder regional tätig um die Konsumenten und Anbieter dort zusammenbringen. Auf dem Blog „Zukunft des Einkaufens“ finden Sie dazu eine gute Übersicht zu vielen deutschen, lokalen Plattformen, insgesamt derzeit über 70 Einträge. Und falls Sie über Deutschland hinaus tätig werden wollen, bieten sich für den internationalen Verkauf neben multinationalen Anbietern wie etwa Amazon auch lokale Plattformen an, die ihren Schwerpunkt in dem jeweiligen Land haben, wie beispielswiese bol.com oder marktplaats.nl in den Niederlanden.

Online Marktplätze erfordern allerdings häufig für ihre Nutzung Anpassungen im Unternehmen etwa im Marketing, Vertrieb, Service, Logistik oder Buchhaltung. Eine Strategie für die Auswahl eines Marktplatzes und die spätere Anbindung ist deshalb zu empfehlen.

 

3. Nahtlos vertreiben
Social Commerce, die Verschmelzung von E-Commerce und sozialen Netzwerken, ist einer der großen Trends, befeuert von der Corona Krise. Facebook führte schon 2005 einen sog. Shopping-Tab ein, hat nun aber sein Angebot deutlich erweitert, mit den sog. Facebook-Shops. Dazu wurden die verschiedenen Dienste verknüpft. So können Kunden einen Facebook-Shop per WhatsApp, Facebook Messenger oder per Chatfunktion aus Instagram erreichen. Weiterhin hat Facebook eine Live-Shopping Funktion angekündigt.

Diese Möglichkeit Produkte in realtime zu vermarkten und zu verkaufen, ist in Asien bereits ein milliardenschweres Geschäft. Dort bieten Plattformen wie Taobao oder T-Mall Livestreams mit Millionen Zuschauern an. Diese können die von Influencern beworbenen Produkte direkt aus dem Stream heraus kaufen. Das ermöglicht einen nahtlosen Einkauf ohne einen Medienbruch zwischen Vermarktung und Einkauf. Gerade für den Fall, dass Sie bisher keinen eigenen Online Shop nutzen, kann ein Facebook Shop für Sie verbunden mit der potenziellen Facebook Reichweite von ca. 2,6 Milliarden Nutzern weltweit attraktiv sein. Deutschland ist eines der ersten Länder, in denen Facebook Shops eröffnet werden können.

Auch auf Pinterest lässt sich Social Commerce nutzen durch die sog. Shoppable-Pins. Das sind kleine weiße Punkte in den Pins, über die man die gezeigten Produkte kaufen kann. Für die Nutzer der E-Commerce-Anbieters Shopify gibt es dazu beispielsweise zukünftig eine App, mit der sich die Produkte auf Knopfdruck auf Pinterest laden und in Shoppable Pins verwandeln lassen.

 

4. Smartphones einbinden
Kontaktlos zahlen hat durch die Corona Krise rapide zugelegt. L aut einer aktuellen Studie von Mastercard werden aktuell 78 % aller Mastercard-Transaktionen in Europa kontaktlos durchgeführt. Zahlungen mit Smartphones oder Wearables hätten sich dabei in Europa im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Das spricht dafür, dass das Smartphone nicht nur als Zahlungsmittel sondern auch als Werbemedium weiter an Bedeutung gewinnt. Auch dann, wenn der Kaufabschluss in einem stationären Geschäft stattfindet.

Dazu bietet etwa der Marketingdienstleister acardo unter dem Stichwort „Add-to Wallet“ einen Service an, mit dem sich beispielsweise digitale Coupons direkt in vorhandene Wallet-Apps auf einem Smartphone laden lassen. Ein Kunde wählt dazu beispielsweise einen Coupon auf einer Website, einem Plakat oder in einem TV-Spot aus, lädt diesen in sein Wallet und löst den Coupon dann beim stationären Einkaufen ein. Der Prozess ist kontaktlos und Konsumenten können die vorhandene Wallet-Funktion ihrer Smartphones nutzen und müssen keine neue App laden. Unternehmen können so die Konsumenten in ihre Filialen lotsen.

 

5. Kreativ werden
Testen Sie jetzt viele neue Wege um mit ihren Bestands- und Neukunden digital zu kommunizieren. Winzer bieten jetzt beispielsweise Weinproben über das Internet an. Die Weine werden im Vorfeld an die Teilnehmer versendet, die Weinprobe selbst findet dann per Livestream statt.

Bekleidungsanbieter wie etwa Breuninger beraten über einen virtuellen Bestell- und Beratungsservice aus den Stores heraus. Selbst der TÜV bietet Audits an, die auch bis zu 100% remote durchgeführt werden können. Wie lässt sich das bei Ihnen nutzen? Der Kreativität, wie Sie Ihre Angebote und Dienstleistungen online vertreiben und durchführen, sind keine Grenzen gesetzt!

 

 

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