2026: IT entwickelt sich zum zentralen Managementthema

30.01.2026 | Artikel von Henning Husmann

Im Jahr 2026 wird sich für viele mittelständische Unternehmen die Perspektive auf die IT-Organisation verändern. Dies liegt nicht an bahnbrechend neuen technologischen Entwicklungen – vielmehr sind die unmittelbaren Abhängigkeiten zum Unternehmenserfolg und zu Elementarrisiken stark gestiegen. Gesetzliche Pflichten, steigende Cyberrisiken und der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz machen klar: IT ist keine rein operative Aufgabe mehr, sondern ein zentrales Managementthema.

Diese fünf Punkte sollten Sie aus Managementperspektive im Blick haben:

1. IT-Compliance ist Geschäftsführersache

Mit der Umsetzung der NIS2-Richtlinie und weiterer EU-Vorgaben steigen die Anforderungen an IT-Sicherheit und Risikomanagement deutlich. Betroffen sind weit mehr Unternehmen als bisher – inklu-sive persönlicher Haftungsrisiken für die Geschäftsleitung. Entscheidend ist, jetzt klare Verantwortlichkeiten, transparente Strukturen und belastbare Sicherheitskonzepte zu schaffen.

 

2. Künstliche Intelligenz: Wettbewerbsvorteil – oder Risiko

KI bietet ein großes Potenzial zur Effizienzsteigerung und Automatisierung. Gleichzeitig entstehen neue Risiken durch fehlende Transparenz, mangelhafte Datenqualität und unkontrollierte KI-Nutzung innerhalb der eigenen Organisation. Für Geschäftsführer heißt dies: KI strategisch einsetzen, klare Regeln und Strukturen definieren und vor allem die Kontrolle über Daten und Entscheidungen behalten.

 

3. Cybersecurity entscheidet über Handlungsfähigkeit

Cyberangriffe sind kein Ausnahmefall mehr, sondern ein reales, uns permanent begleitendes Geschäftsrisiko. Stillstand, Datenverlust und Reputationsschäden können existenzbedrohend sein. 2026 wird erwartet, dass Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen nachweisbar, strukturiert und dauerhaft betreiben – nicht nur technisch, sondern organisatorisch.

 

4. Cloud-Nutzung braucht klare Entscheidungen

Die Nutzung von Cloud-Diensten ist mittlerweile -speziell im Mittelstand- an vielen Stellen alternativlos mit Blick auf verfügbares internes Personal, Skalierbarkeit und Kostenvorteile. Bisher dominieren US-Anbieter diesen Markt. Somit haben auch die aktuellen Entwicklungen in den USA und deren Auswirkungen auf die großen Technologiekonzerne eine sehr direkte Folge für die Verlässlichkeit und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Daher ist es zur konkreten Managementaufgabe geworden, diese Risiken sachlich und transparent zu bewerten und adäquat darauf zu reagieren.

 

5. Effiziente IT als Erfolgsfaktor

Fachkräftemangel und Kostendruck zwingen zu mehr Standardisierung und Automatisierung im IT-Betrieb und in der Nutzung effizienter, IT-gestützter Geschäftsprozesse. Eine schlanke, stabile IT erhöht die Resilienz und die Reaktionsfähigkeit des Unternehmens und schafft Freiräume für Wachstum und Innovation.

 

Fazit:

2026 geht es weniger um neue Technologien als um die richtigen Entscheidungen und einen ganzheitlichen Blick auf die IT als strategischen Faktor für Erfolg oder Misserfolg. Unternehmen, die ihre IT ganzheitlich führen, Risiken proaktiv managen und Verantwortung klar regeln, sichern ihre Zukunftsfähigkeit.

 

Gerne unterstützen wir Sie dabei, diese Themen pragmatisch und geschäftsorientiert umzusetzen.

Ihr Ansprechpartner

Gunter Hemmer ist Partner bei der ANXO

Henning Husmann

Partner

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